Die Gyönker JSW-AG in Isny



Gyönk, April 2002:

Vom 7.-13.April besuchten 15 Gyönker SchülerInnen mit Timea Horváth und Dr. Gerald Hühner
die Partnerschule in Isny/Allgäu. Der Besuch fand im Rahmen des
Projekts "Jugend-Schule-Wirtschaft" statt und wurde
unterstützt durch die Deutsche Bank Stiftung und das Goethe Institut Budapest.


Anfahrt auf Isny, 7.April 2002

Stationen der Projektwoche:

Montag, 8.April:: Empfang durch den Schulleiter des Gymnasiums Isny, Herrn Weisgerber:



Timea Horváth überreicht Präsente der Gyönker Gemeinde und des Gymnasiums


Eva Vereckei bedankt sich beim Isnyer Projektlehrer Gerhard Kimmerle


Herr Weisgerber informiert über das deutsche Schulsystem


Führung über das Schulgelände: Grundschule, Realschule, Gymnasium, Sportpark

Fotos: Gerald Hühner

Montag-Nachmittag: Besuch der Brauerei Härle in Leutkirch: Ökologische und regionale Ausrichtung:




Maß-geschneidert: Balázs Szabó vor Firmenlogo


Vor dem historischen Brauereigebäude


Führung durch die Produktionsanlagen: Historisches Technik-Design


Erfahrung machen mit Chemie und Technik: Eine Nase voll Brau-Duft


Modernes Technik-Design


In der Warteschleife: Abfüllung


Lager: Von hier gehts ab mit Bio-Diesel


Kostprobe: Firmenchef Härle referiert über die ökologische und regionale Ausrichtung seines Unternehmens


Interview: Dalma Szabó stellt Fragen zu ihrer Gyönker JSW-Facharbeit

Fotos: Gerald Hühner



Dienstag, 9.April: Stadtführung:




Fußgängerzone: Stadtführung mit Herrn Bühler



Vor Isnys Stadtmauer: Hier wird der Steuerzahler gemolken



Aufstieg im Wassertor



Blick vom Wassertor über die Dächer Isnys



In der Nikolaikirche



Predigerbücherei aus dem 15. Jahrhundert



Predigerbücherei



Herr Bühler präsentiert die bibliophile Schatzkammer



"Im Namen der Rose"



Handschrift: Tagebuch eines 16jährigen



St. Georg

Fotos: Gerald Hühner



Empfang durch den Bürgermeister der Stadt Isny:



Im historischen großen Saal des Rathauses



Empfang durch den Bürgermeister: Petra Turi bedankt sich mit einem Präsent des Bürgermeisters von Gyönk



Interview: Petra Turi mit Fragen zu ihrer Gyönker JSW-Facharbeit: Stadtentwicklung nach dem II. Weltkrieg

Fotos: Gerald Hühner



Nachmittag: Ausflug zum Bodensee, Besuch in Lindau:



Einfahrt in den Hafen von Lindau



Stadtbesichtigung...



... und Brillen-Tourismus

Fotos: Gerald Hühner



Mittwoch, 10.April: Projektarbeit: Gewässerschutz: Bachbegehung des Rot-Bachs mit Landschaftsökologe
Peter Bauer im Kontext von Renaturierungsmaßnahmen:
Foto-Serie 1:



Voralpenlandschaft


Typische Verteilung von Wald- und Wiesenlandschaft


Projektleiter Peter Bauer, Landschaftsökologe


Einweisung in die Projektarbeit für die SchülerInnen aus Isny und Gyönk


Bestimmung von Fauna und Flora


Erläuterung der Landschaftsstruktur


Mäandrierender Wiesenbach mit Prallhang


Anthropogen beeinflusster Bachlauf



Fotos: Balázs Batári



Foto-Serie 2:



Gyönk lauscht mit kalten Fingern und Ohren Peter Bauer, Landschaftsökologe


Gruppenarbeit: Wenigstens die Hälfte hat warme Hände


Suche nach Fauna und Flora


Intensivierung der kollektiven Suchanstrengung


Erste Frustration


Neue Motivation: Die Karawane zieht weiter


Erfolg: Muschelfieber am Rotbach


Gibts mehr davon?


Entlarvt: Köcherfliege fest im Blick...


... und eine seltene Spezies: Rotbach-Sirene


Wer oder was hält den Bach im Bett?


Abschluß des Projekts: Zufrieden mit dem Ergebnis der Forschungen ...


...Projektarbeit ist spannend, umfassend und erschöpfend

Fotos: Gerald Hühner



Nachmittag: Besichtung der Firma Dethleffs-Wohnwagenbau:



Begrüßung vor dem Werksgelände


Worum es geht: Das Endprodukt


"I'm dreaming of a white..."


Interview: Eszter Hock hat Fragen zu ihrer Gyönker JSW-Facharbeit

(p.s.: Fotografieren in den Produktionshallen war nicht erlaubt)

Fotos: Gerald Hühner



Abend-Programm bei Esteban De la Pena:



JSW-Isny kocht für JSW-Gyönk-Isny


Studium der Speisekarte?


Warten aufs Essen


Käs-Spätzle live


Verdienter Genuß



Donnerstag,11.April: Schulbesuch im Gymnasium Isny:



Interview: Jázsef Borka hat Fragen an Schulleiter Weisgerber zu seiner Gyönker JSW-Facharbeit:
Wirtschaftliche Aspekte eines Gymnasiums


Interview: Andrea Keller, Dora Schmidt und Vali Juhász mit einem der Ski-Springer der Olympia-Förderung in Isny

Nachmittag: Besichtigung der Klinik Schwabenland in Neutrauchburg;
Führung durch den medizinischen Leiter, Prof. Hahmann:



Begrüßung durch Prof. Hahmann


Führung durch die Abteilungen der Reha-Klinik


Projektarbeit mit Anwendung; Diagnose: "Herr Szabó, Sie rauchen zuviel!"


Im Bade


Kaffe und Kuchen nach der Führung: Hier serviert der Chef persönlich


Stiller Genuß



Nach dem Besuch der Reha-Klinik:
Interview: Mariann Simigh hat Fragen zur EU-Integration der ungarischen Landwirtschaft:



Interview auf dem Sennhof Halder


"Die Stimmung bei Deutschlands Landwirten zu Ungarns EU-Beitritt?"

Fotos: Gerald Hühner



Freitag, 12.April: Interview im Wirtschaftsministerium von Baden-Württemberg
mit Staatssekretär Horst Mehrländer; Minister Döring hatte das
zugesagte Interview wegen einer Kuba-Reise kurzfristig abgesagt:

Foto-Serie 1:



Die Schülergruppe aus Gyönk und Isny vor dem Interview in Stuttgart


Start des Interviews


Während des Gesprächs

Fotos: Balázs Batári



Foto-Serie 2:

Vor dem Interview in Stuttgart:



Die Schülergruppe aus Gyönk und Isny 1


Die Schülergruppe aus Gyönk und Isny 2

Fotos: Gerald Hühner



Interview im Ministerium:



Projektlehrer Gerald Hühner überreicht Staatssekretär Mehrländer Info-Material zu Gyönk


Staatsekretär Mehrländer referiert über die deutsch-ungarischen Beziehungen


Entspannte Gesprächsatmosphäre


Deutsch-ungarischer "Runder Tisch"


Zufrieden mit dem Gesprächs-Ergebnis

Fotos: Esteban De la Pena/Isny

Abend: Abschiedsfest in Isny; "Teestube":



Melancholie? Frust? Cola?


"Ach, Isny!"


"... und so biß Florians Hund in meine Hose!"


"Insy? Ein Genuß!"


"Isny? Ein Super-Erfolg!"

Samstag, 13.April: Abreise in Isny um 8.00 Uhr:



Verabschiedung auf dem Schulparkplatz

Fotos: Gerald Hühner

Ankunft in Gyönk 19.45 Uhr




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Folgend Texte zur Projektarbeit in Isny:

SCHWÄBISCHE ZEITUNG, 13.April 2002:

Ungarische Schüler begeistert von Isny

Isny/Gyönk – Vergangenen Samstag zogen 13 Ungarn mit ihrem Lehrer für eine Woche bei Gastfamilien in Isny ein. Sie stammen aus dem kleinen Dörfchen Gyönk. Es liegt in Südungarn, nahe der Stadt Pécs. Nach 13 Stunden Fahrt erreichten sie erschöpft Isny. Auf ihrem Programm steht die Projektarbeit zum Thema "Jugend – Schule – Wirtschaft", an der sie mit uns (einer Gruppe von Zwölftklässlern aus dem Isnyer Gymnasium) arbeiten und forschen möchten.

Schon bei der Ankunft funkelten unsere Augen vor Freude. Ungarn und wir Deutsche, die sich gerade erst vor 5 Wochen persönlich in Gyönk/Ungarn kennen gelernt hatten, fielen uns freudestrahlend in die Arme. Die aus Gyönk, was auf deutsch Jink heißt, stammenden Schüler machten erstmals über das Projekt der Süddeutschen Zeitung "Zeitung in der Schule" Bekanntschaft mit uns. Ausführlichere Kommunikation fand lediglich über Chatrooms im Internet statt. Erst durch die Zusammenarbeit im Seminar "Jugend - Schule - Wirtschaft" sind wir auf die Idee gekommen, unsere beiden Vaterländer einmal in Menschen, Wirtschaft und Kultur gegenseitig kennenzulernen. Diesen Plan verwirklichten wir vor 5 Wochen, als unsere Isnyer Gruppe in das noch fremde Land Ungarn abfuhr.

Nun findet der Gegenbesuch statt. Das Programm ist abermals vollgepackt. Diesmal stehen der Strukturwandel und die Wirtschaft im ländlichen Raum Süddeutschlands auf dem Plan.

Nach dem Treffen in der Schule, bei dem Herr Weißgerber, der Direktor des Gymnasiums, die Gäste herzlich begrüßte, fuhr die Gruppe schon am ersten Tag zur Besichtigung der Brauerei "Härle" nach Leutkirch. Das sehr auf Ökologie bedachte Unternehmen braut ein herbes, in Süddeutschland sehr beliebtes Bier, welches wir am Ende der Führung selbst probieren durften.

Selbstverständlich bot sich auch eine Stadtführung durch Isny an. Viele Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel das Feuerwehr- und Schuhmachermuseum, die Nikolaikirche mit ihrer Predigerbibliothek und das Rathaus, wurden mit begeisterten Blicken begutachtet. Über Stadtgeschichte, Tourismus und Stadtpolitik fügte der Bürgermeister ein paar Sätze hinzu.

Abenteuer dürfen natürlich nicht fehlen. Schon am nächsten Nachmittag machte die Gruppe mit Gummistiefeln und dicken Jacken eine Exkursion entlang der Rothbaches, erforschte die Flora und Fauna und eignete sich Kenntnisse zum Gewässerschutz der Umgebung an. Völlig durchnässt mit Wasser und schlammig erreichten wir unser Ziel. Nach so einer Anstrengung blieb nur noch der Gang in eine warme Wirtschaft, um uns mit Tee und Kaffee aufzuwärmen.

Für die restlichen Tage sind Besuche bei Dethleffs - Wohnwagenbau und den Schwabenlandkliniken in Neutrauchburg vorgesehen. Ausklang und gleichzeitiger Höhepunkt wird am Freitag eine Fahrt nach Stuttgart sein. Dort haben wir die einmalige Möglichkeit, ein Exklusivinterview mit dem Wirtschaftsminister Döring zu führen.

Durch den Besuch unserer ungarischen Freunde sind wir uns alle näher gekommen und vielleicht wird ja Ungarn schon bald ein weiteres Mitglied der EU sein.

Carina Jungchen
Projekt "Jugend-Schule-Wirtschaft"
Isny




Text für den Abdruck in der SCHWÄBISCHEN ZEITUNG:

Schüler in Stuttgart zu Interview im Wirtschaftsministerium

Stuttgart - Schon Monate vorher stand der Termin mit dem Wirtschaftsminister Baden–Württembergs, Herrn Dr. Walter Döring, fest. Doch einen Tag vorher änderte er seine Pläne und sagte uns wegen einer dienstlichen Reise nach Cuba ab. Als Vertreter und Interviewpartner stellte sich der Staatssekretär Horst Mehrländer, der seit 6 Jahren Vertreter von Döring in allen Angelegenheiten ist, zur Verfügung. Er gehört zur Amtsspitze im Wirtschaftsministerium. Unser Thema lautete: "Wirtschaftliche Beziehungen zwischen Ungarn und Deutschland, insbesondere Baden–Württemberg und die Integration Ungarns in die EU."

Das Projekt "Jugend–Schule–Wirtschaft" hat uns zusammengeführt. Wir, ein paar Schüler des Isnyer Gymnasiums und die 13 ungarischen Schüler aus dem Gymnasium Gyönk (siehe Artikel SZ, 13.4.2002), recherchierten und forschten schon seit Monaten gemeinsam an dem Thema "Ungarn und die EU".

Diesmal führte uns der Weg in das Wirtschaftsministerium Stuttgart.

Dort trafen wir Staatsminister Mehrländer, den wir zum Interview baten. Direkt und ohne große Umschweife berichtete er uns ausführlich über beide Länder.

Die wirtschaftlichen Beziehungen mit Deutschland und besonders mit Baden–Württemberg sind die intensivsten und wichtigsten aller Beziehungen der MOE - Staaten (Mittel- und Osteuropäische Länder), erzählte uns Mehrländer. Ungarn war im Jahr 2000 wichtigster Handelspartner von Baden–Württemberg. Verbessert werden könnten lediglich die Schulpartnerschaften, die Beziehungen zwischen beiden Landesregierungen und die Städte- und Kommunalpartnerschaften. An dieser Stelle mussten wir Schüler schmunzeln, da wir wissen, dass wir mit unserem gemeinsamen Projekt schon einen positiven Schritt und einen Anfang in diese Richtung getan haben.

Über 140 Unternehmen mit Stammsitz Ba-Wü haben schon jetzt Zweig- oder Tochterunternehmen in Ungarn aufgebaut. Die drei wichtigsten Handelszweige, in denen unser Bundesland besonders stark vertreten ist, sind der Kfz-Bereich, der Maschinenbau und die elektrotechnische Industrie. Was viele nicht wissen, ist, dass Daimler-Crysler in Baden–Württemberg gegründet und entwickelt wurde. Herr Staatssekretär Mehrländer sagte, es sei wichtig, die umwelt- und kommunikationstechnischen Bereiche noch zu erweitern.

Mit dem Thema "internationaler Handel" setzten wir die Diskussion fort.

Die Mitgliedschaft Ungarns in der EU ist sinnvoll, da Deutschland schon jetzt Waren im Wert von 12,3 Mia. Euro jährlich aus Ungarn bezieht. Das zeigt, wie stark die ungarische Wirtschaft in den letzten Jahren geworden ist.

Auch existiert bereits ein EU Binnenmarkt von 325 Mio. Menschen. Der Markt würde sich bei einer EU - Mitgliedschaft Ungarns mindestens um 500 Mio. Menschen, sprich Verbraucher, erhöhen. Das wäre ein Markt ohne Importbeschränkungen, ohne Aufenthaltserlaubnis und mit freien Möglichkeiten zur Kapitalanlage.

Verschärfter Wettbewerb, aber auch die Preissteigerungen im Zusammenhang mit der Euro - Einführung , rufen Ängste und Befürchtungen hervor. Besonders der Wirtschaftsbereich wird nervös, da Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus Deutschland aussiedeln könnten. Doch das ist gewollt: "Man kann keinen Binnenmarkt schaffen und erwarten, dass alle auf einem Fleck bleiben," berichtete uns Horst Mehrländer mit energischem Ton. "Der Mensch muss, genauso wie der Markt, lernen, flexibel zu sein."

Lange Rede - kurzer Sinn: Ungarn ist schon de facto in die EU integriert. Es ist das Land, welches am besten auf den Beitritt vorbereitet ist und es gehört mit Sicherheit zu den Beitrittskandidaten, die 2004 in die EU integriert werden.

Carina Jungchen
Projekt "Jugend-Schule-Wirtschaft"
Isny