"Jugend-Schule-Wirtschaft"

Das "Gyönker Modell":
Fach- und sprachübergreifende Integration des Projekts in den Unterricht;
internationale Kooperation mit dem Gymnasium in Isny/Allgäu

Zur Halbzeit des Projektjahres 2001/2002 läßt sich bilanzieren, daß die Gyönker Integration des Projekts in verschiedene Fächer, die von Beginn an praktiziert wurde, sich außerordentlich bewährt hat. Die Schüler sind in verschiedenen Fächern zunehmend motiviert, haben Erfolgserlebnisse durch Publikationen, werden zunehmend eigenständig in ihren Arbeitsweisen und erhalten aufgrund der selbständigen Vorbereitung und Durchführung von Interviews, dem Verfassen von journalistischen Arbeiten zusätzlich zur Verbesserung ihrer Fremdsprachenkenntnisse eine Erweiterung der kommunikativen Kompetenz auch in ihrer Muttersprache. Schulintern fördert das Projekt darüber hinaus die Team-Arbeit im Lehrerkollegium in verschiedenen Fächern und Sprachen, so daß sich Kompetenzen bündeln, Schwierigkeiten gemeinsam erörtert und gelöst werden. Gerade durch dieses Projekt wird damit der Charakter einer bilingualen, deutsch-ungarischen Schule auf spezifische Weise profiliert. Vor diesem Hintergrund bezeichnete József György Farkas, Projekt-Redakteur der Népszabadság, die Verfahrensweise am Gymnasium Tolnai Lajos bei einem Budapester Projekt-Seminar (8.Februar 2002) als das auch anderen Schulen zu empfehlende "Gyönker Modell":

Allgemein:

Die ungarische Népszabadság und die Süddeutsche Zeitung stehen den Schülern als Projekt-Zeitung täglich kostenlos zur Information, zur Arbeit im Unterricht und als Publikationsorgan zur Verfügung. Außerdem wird mit Budapester Zeitung und Neuer Zeitung in Gyönk kooperiert; beide Zeitung publizieren Artikel aus dem Projekt und liefern ein Frei-Abo bzw. zahlen den Schülern Zeilen-Honorar.

Facharbeit:

Die Schüler müssen u.a. eine Facharbeit erstellen, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügen muß. Die Facharbeit kann auch im Team erstellt werden, dabei muß der jeweilige Anteil der beteiligten Schüler aber klar getrennt und erkennbar sein. Thematisch und methodisch ist dies an den meisten Schulen neu, jedoch eine sehr sinnvolle und notwendige Ergänzung des gymnasialen Unterrichts. Da diese Arbeit aufwendig ist und für nahezu alle Fächer relevant, soll hierbei Fach-übergreifend und bilingual kooperiert werden:

Wirtschaftsgeographie:
(Timea Horváth und Dr. Günter Wackwitz)

Vermittlung von notwendigen Basiskenntnissen zum Thema Wirtschaft, Arbeit mit der Népszabadság und der SZ im Unterricht; Hilfe bei fachspezifischen Aspekten der Facharbeit etc.; Benotung des fachspezifischen Inhalts der Facharbeiten: Die Note für die Facharbeit entspricht 2/3 der Endnote im 2.Schulhalbjahr!

Medienkunde:
(Andrea Manhalt)

Arbeit mit der Népszabadság und der SZ im Unterricht; Vermittlung journalistischer Basiskenntnisse; Verfassen journalistischer Texte etc.; Benotung der journalistischen Arbeiten: Die Note des 2. Halbjahres ergibt sich aus der journalistischen Projektarbeit!

Deutsch:
(Monika Zsiga)

Die Schüler haben das Recht, ihre Facharbeit in ihrer Landessprache beim IZOP-Institut einzureichen. Da unsere Teilnehmer Schüler einer deutschen Nationalitätenklasse sind, sollten ihre Arbeiten jedoch in Deutsch abgefasst werden. Um den Schülern mit Schwierigkeiten in deutscher Sprache dennoch eine gute Chance in diesem Projekt zu gewährleisten, sollten sie die Möglichkeit haben, ihre Arbeit in Ungarisch zu verfassen. Gegenstand des Deutsch-Unterrichts könnte dann die gemeinsame Übersetzug dieser Arbeit(en) durch die Klasse 11a sein; Benotung des sprachlichen Anteils aller Arbeiten: 2/3 der Halbjahresendnote!

Arbeitsgruppe am Dienstag, 15.00 - 17.30 Uhr
(Dr. Gerald Hühner)

Projektorganisation, Erarbeitung von Facharbeitsthemen, Realisierung der Themen: Kontaktvermittlung, Vorbereitung von Interviews, redaktionelle Betreuung , "Schlußkonferenz" zu Facharbeiten und journalistischen Texten etc. (gemeinsam mit Timea Horváth, die die ungarischen Fassungen der Texte betreut).

Zusatz:
Wegen der Bedeutung des Projekts, des Arbeitsaufwands und zur Gewährleistung einer längerfristigen Etablierung der hier beschriebenen Arbeitsweisen wird die Facharbeit auch entsprechend hoch gewichtet. Die Facharbeit ist für alle Schüler verpflichtend; auch deshalb wird ein sehr hoher Notenwert angesetzt; außerdem lernen die Schüler durch diese Arbeitsform mehr als im traditionellen Unterricht: Sie erarbeiten sich nicht nur Fachwissen, sondern erhalten - kritische!- Medienkompetenz, lernen, sich Information zu beschaffen diese zu werten und sinnvoll zu nutzen, umfassend zu kommunizieren, ihre Arbeit und Meinung einer großen Öffentlichkeit zu präsentieren.

Internationale Kooperation:

Seit Herbst 2000 besteht eine intensive Zusammenarbeit zwischen den Gymnasien Tolnai Lajos in Gyönk und dem in Isny/Allgäu. Sie erwuchsen aus dem einjährigen Stipendienaufenthalt unserer Schülerin Klara Schmidt in Isny, fanden Intensivierung durch das deutsch-ungarische Chat-Projekt aus Gyönk und werden nun fortgesetzt durch die gemeinsame Teilnahme bei Jugend-Schule-Wirtschaft. Die Schülergruppe aus Isny reist zum Europa-Tag am 1.März nach Gyönk, um mit unseren Schülern gemeinsame Projektarbeit in Form von Interviews, Artikeln, Reportagen zu leisten. Die Gyönker-Gruppe wird in der Zeit vom 7.-13. April 2002 in Isny sein, und von dort aus u.a. nach Stuttgart reisen, um in Ministerien gemeinsam mit den Schülern aus Isny Interviews zu deutsch-ungarischen Fragen zu führen. Das Ergebnis der Schülerarbeiten wird dann in den verschiedenen Projekt-Zeitungen zu finden sein, aktuell jedoch auch im Internet: www.dasan.de/gyoenk.

Das Gymnasium Tolnai Lajos ist bestrebt, auch dieses kleine internationale Erfolgsmodell längerfristig an unserer Schule zu etablieren.

Gyönk, im Februar 2002
László Garai, Direktor
Dr. Gerald Hühner, Projektleiter