Schülergruppe aus Isny in Gyönk

  ---------------------------------------------------------------------------------

Vom 26.Februar bis zum 2.März besuchte eine Schülergruppe des Gymnasiums Isny das Gymnasium Tolnai Lajos in Gyönk. Der Besuch fand im Rahmen des Projekts "Jugend-Schule-Wirtschaft" statt.
Auf dem Programm standen Fahrten nach Pécs und Budapest; außerdem war die Gruppe Gast unseres Europa-Tages und nutzte die Veranstaltung für JSW-Interviews mit ungarischen Vertretern des Wirtschafts- und Außenministeriums.


-------------------------------------------
Fotos vom Besuchs-Programm:

Empfang in der alten Bibliothek des Gymnasiums:



Körbchen fürs Hühnchen:


Vor dem Gymnasium Tolnai Lajos:


Im Klassenraum der Gyönker JSW-Gruppe:


Landparty:


Erfolgreiche Flugversuche auf dem Fernsehturm in Pécs:








Ungarischer Abend bei Familie Simigh:
Weinprobe...:






Richtig ins Glas geschaut:


... und deftiges Pörkölt:




Schüler-Austausch im Gyönker Internat:


Ausflug nach Budapest:


Auf Sissys Thron mit dem Kaiser:



Fotos: Mariann Simigh (3), Gerald Hühner:


------------------------------------------------------------------------------

Infos und Fotos zum Europa-Tag, 1.März 2002



JSW-Interviews von SchülerInnen aus Isny, die auf dem Europa-Tag geführt wurden:


Im Rahmen des Europa-Tages führten Schüler der Partnerschule aus Isny/Allgäu ein Interview mit Gábor Gérnyi, Ministerialdirektor im ungarischen Wirtschaftsministerium; Hauptabteilungsleiter für die Vorbereitung der ungarischen Klein- und mittelständischen Unternehmen auf die Vollmitgliedschaft Ungarns in der EU; zuvor nationaler Kommissar des ungarischen Programms der Weltausstellung EXPO 2000:

Frage: - Sie haben in Ihrer Anrede davon gesprochen, dass die Wirtschaft, die Gesellschaft und das Land Ungarn auf die EU vorbereitet werden müssen. Welche erfolgreichen Maßnahmen hat man schon ergriffen und welche fehlen noch?

Antwort: - Das Ziel ist, die ungarische Wirtschaft und Gesellschaft so effektiv wie möglich in die EU zu integrieren. Erstens muss die Öffentlichkeit auf die EU vorbereitet werden und zweitens die Unternehmen. Dies ist eine sehr intensive Interkommunikation, da die ungarische Bevölkerung Hoffnungen hat. Unberechtigte Hoffnungen, die nicht erfüllt werden, können ebenfalls unheimlich hohe irreale Erwartung und Ängste hervorrufen. Diese Faktoren müssen zusammengebracht und so nahe an die Realität wie nur möglich gesetzt werden. Das heißt, man muss der Öffentlichkeit beibringen, was eigentlich die EU ist. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen den Bürgern und den Unternehmern. Sie müssen so viel Info über die EU wie nur möglich haben, um all ihre Ängste abbauen zu können. In Ungarn existieren mehr als 800 000 Unternehmer. Das bedeutet, man muss mehr als 1 Million Menschen mit Info zufriedenstellen. Momentan hat der durchschnittliche Bürger nicht viel Wissen über die EU. Die erste Maßnahme wird sein, die Unternehmer mit Informationen zufrieden zu stellen. Dann muss den Bürgern beigebracht werden, dass der Ausdruck EU eine Veränderung des Lebensstil (Umfeld) bedeutet. Für viele Handwerker Bedeutet dies, dass sie ihre Arbeit bzw. ihre Arbeitsweise nach den EU Regeln neu richten müssen.

- Was erhofft sich Ungarn von dem Beitritt in die EU?

- Ungarn betrachtet sich `de facto` als EU - Mittglied. 40% des Gesamtexports Ungarns geht nach Deutschland. Mehr als 70% des Exports geht in die EU und mehr als 60% des Imports kommt aus der EU. Die Prozentzahlen überschreiten die von schon integrierten Länder wie z.B. Finnland, Dänemark, England usw. Die Wirtschaftsleistung und das Potenzial Ungarns sind sehr bewundernswert.

- Wie soll den Leuten ein Umweltbewußtsein beigebracht werden?

Antwort: - Leider ist das Umweltbewusstsein in Ungarn nicht so weit entwickelt wie in anderen EU Länder. Am Rande von kleinen Dörfern gibt es illegale Müllablagerungen zu sehen. Dies ist ein sehr wichtiger, aber auch einer der schwersten noch zu erfüllende Punkte.

Besten Dank für das Interview!

Das Gespräch führten:
Carina Jungchen
Esteban De la Pena
Projekt "Jugend-Schule-Wirtschaft"
Gymnasium Isny/Allgäu


-------------------------------------------------------------
Im Rahmen des Europa-Tages führten Schüler der Partnerschule aus Isny/Allgäu ein Interview mit Dr. András Orgoványi, Ministerialoberrat im ungarischen Außenministerium, Sekretariat für EU-Integration:

Frage:
Zum EU-Beitritt Ungarns: Ungarn ist in 24 Bereichen von 31 fortgeschritten. Welche fehlen noch, damit Ungarn mit den Ansprüchen Europas mithalten kann?

Antwort:
- Ein Kapitel ist der Wettbewerb. Dort gibt es noch einige ungeklärte Fragen. Nach einigen Modifizierungen sollte es kein Problem mehr für Ungarn sein, mit dem Wettbewerb Europas mitzuhalten. Wahrscheinlich ist das Kapitel nach den Wahlen abgeschlossen.
Ein Problem für sich ist auch die Finanzierung, ebenso wie die Regionalpolitik und die Landwirtschaft, bzw. der Haushalt. Wir warten auf einen angemessenen Start der Union und hoffen, bis Ende des Jahres damit abgeschlossen zu haben.
Dazu tritt das Kapitel der Institutionen, welches aber erst später eröffnet wird. Wir haben einen Wunsch: anstatt 20 Plätzen im republikanischen Parlament 22 zu besetzen. Es sollen Zustände sein, die auch in anderen Länder mit ähnlicher Bevölkerungszahl herrschen. . Dies muss aber erst noch anerkannt werden.
Das dritte Kapitel fällt unter Sonstiges.

- Wie wirkt sich die Euro-Umstellung auf Ungarn aus? Was passiert, wenn der Euro nach Ungarn kommt?

- Er ist erstmals, bzw. zur Zeit positiv für die ungarische Wirtschaft, da die Risiken, die beim Geldumtausch entstehen, weg fallen.
Der Euro in Ungarn:
Dazu müssen die Konvergenzen eingehalten werden. Einige sind schon erfüllt, andere noch nicht. Ziel ist: die Kriterien im Jahr 2006 erfüllt zu haben, vorausgesetzt Ungarn tritt 2004 in die EU ein. Man muss mindestens zwei Jahre beweisen, dass die Währung stabil ist. Dies sind durchaus reale Daten.

Besten Dank für das Interview!

Das Gespräch führten:
Carina Jungchen
Esteban De la Pena
Projekt "Jugend-Schule-Wirtschaft"
Gymnasium Isny/Allgäu


----------------------------------------------------------------------------------