VON DER DRAU AN DEN RHEIN

 

Medienprojekt am KGN
Besuch von 25 Schülern aus Ptuj (Slowenien)

Was verbindet eine Rieslingtraube aus Königswinter mit der Weinproduktion in der Gegend von Ptuj in Slowenien? Welche Gemeinsamkeiten gibt es in der Tourismusplanung zwischen unserer und der slowenischen Region? Lassen sich die Arbeitsmethoden der Deutschen Welle in Bonn mit denen von Radio SI (Radio Slovenia International) vergleichen? Das waren einige der Rechercheaufträge, die Schüler des KGN mit ihren Gästen aus Slowenien bewältigen mussten.

Im Rahmen des Projektes ‚Jugend-Schule- Wirtschaft’ besuchten 25 Schüler aus der ältesten Stadt Sloweniens mit ihren Lehrern das KGN und verbrachten mit Projektarbeit und gemeinsamen Ausflügen eine sommerliche Woche in den gast-freundlichen Familien ihrer deutschen Mitschüler. Außer anderen Aktivitäten besuchte die Gruppe der 50 Jugendlichen auch den Bürgermeister Walter Esser bei einem kleinen Empfang im Rathaus, der über das Thema Arbeitslosigkeit in der Region und über die Bedeutung der WM für Niederkassel referierte.

Neben den privaten Kontakten in den Familien stand die Recherchearbeit in den Gruppen im Mittelpunkt, denn aus den Interviews und Untersuchungen werden Artikel für die das Projekt betreuenden Partnerzeitungen – für die Schüler des KGN ist es die ‚Süddeutsche Zeitung’, die die Schüler für die zwei Jahre des Projektes täglich kostenlos erhalten – erstellt und am Ende der zweijährigen Arbeit produzieren die Schüler des KGN mit ihren Freunden vom Gymnasium Ptuj gemeinsame Facharbeiten zu ihren Recherchethemen. Da geht es dann um die Bräuche und Gepflogenheiten in den beiden Karnevalsregionen, um die Braukunst, um das Junge Theater in Bonn, um den Zirkus Roncalli, um den Sport und andere Bereiche aus dem Kulturleben der Regionen am Rhein und an der Drau.

Ausgerüstet mit Digitalkameras, Diktiergeräten, Schreibblöcken und einem Haufen von Fragen rückten die Jungreporter mit ihren slowenischen Partnern ihren Informanten auf die Pelle und notierten alles fleißig für ihr Projektthema. In mühsamer journalistischer Feinarbeit wird nun nach-recherchiert, E- mails wandern hin und her, bis die Artikel für die Zeitungen, in Slowenien heißt sie Delo, stehen, denn die Zeitungsredaktionen nehmen nur professionelle Texte.

Das KGN ist die einzige Schule aus NRW, die für dieses Projekt, an dem 70 Schulen aus Europa teilnehmen, ausgewählt wurde. Den Siegern der Facharbeiten winkt eine Einladung nach Berlin in die dortige Zentrale der Deutschen Bank, die dieses Projekt über die Alfred Herhausen Stiftung mitfinanziert.
Doch neben aller Arbeit stand beim Besuch der Slowenen auch ein Ausflug ins Phantasialand am ersten Tag auf dem Programm, wo bei gemeinsamen Fahrten auf den Achterbahnen schnell die Kontaktschwellen abgebaut wurden.

Als sich die Gruppe der 50 am letzten Abend zu einem gemeinsamen Treffen am in einem Lokal am Rhein wieder zusammen fand, war die Stimmung so gut, dass einige nach Beendigung des offiziellen Programms bis in die frühen Morgenstunden weiter feierten, so dass sie es gerade , wenn auch übermüdet, noch schafften, den Bus rechtzeitig zur Abfahrt in den frühen Morgenstunden zu erreichen. Mit ein wenig Wehmut verabschiedeten die Schüler und ihre Eltern, die von den Gästen sehr angetan waren, ihre neu gewonnenen slowenischen Freunde.

Aber im September werden die am Projekt beteiligten Schüler des KGN mit ihrer Schulleiterin Bärbel Seibert und dem Projektleiter, Hans – Jürgen Bollig, zu einem Gegenbesuch nach Ptuj aufbrechen. Dort findet dann die Recherchearbeit zu den Themen auf slowenischer Seite statt, aber auch ein Badeausflug an die Adriaküste ist geplant. Die Fahrtkosten werden zu einem großen Teil von der Deutschen Bank Stiftung übernommen.

Mit diesem Projekt zeigt das KGN , dass über Europa nicht nur geredet, sondern dass Europa – in Verbindung mit Medien als Kommunikationsmotor- gelebt wird.

(Hans-Jürgen Bollig, Kopernikus-Gymnasium Niederkassel/17.05.06)