On Air – Kopernikus Gymnasium in Slowenien

 

„Niederkassel ist eine wunderschöne Kleinstadt zwischen Köln und Bonn“! Diese positive Werbung verbreitete Helena Meier aus der Jgst. 12 des Kopernikus Gymnasiums live – on air - über den Sender von Radio Slovenia International, als sie beim Recherchebesuch in den Studios in Maribor von der Moderatorin im Mittagsmagazin aufgefordert wurde das Projekt ‚Jugend-Schule-Wirtschaft’ und ihre deutsch-slowenische Arbeitsgruppe vorzustellen.

 

Im Rahmen des ‚JSW-Projektes’ der Schule machten sich 19 Schüler und Schülerinnen in Begleitung der Schulleiterin Barabara Seibert, der Studienrätin Angela Kappallo und des Projektleiters Hans – Jürgen Bollig auf zum Gegenbesuch bei ihren slowenischen Freunden in Ptuj, der ältesten Stadt des Landes. Die Slowenen waren im Mai als Gäste in Niederkassel und die in der Region begonnen Recherchen wurden nun auf der Vergleichsebene in Ptuj und Umgebung fortgesetzt.

Trotz sengender spätsommerlicher Hitze waren die Projektgruppen bei Interviews und Informationsveranstaltungen äußerst aktiv.

 

Die Gruppe Karneval erfuhr im Museum auf dem Schlossberg wesentliche Details zum Kurentovanje-Karneval in Ptuj, der eher Ähnlichkeiten mit der allemannischen Fastnacht aufweist und – abgesehen von der Maskierung – nichts mit dem rheinischen Karneval gemeinsam hat. Die wunderschöne Therme in Ptuj lockte die Gruppe Tourismus an, wo der Geschäftsführer aufschlussreiche Informationen über die wirtschaftliche Entwicklung der traumhaften Badelandschaft gab.

 

Schwimmen durften die Schüler an diesem Arbeitstag aber nicht. Allerdings war die gesamte Gruppe tags zuvor bei einem Ausflug nach Piran mit einem Bad in der Adria mehr als entschädigt worden. Aber nicht nur das warme Wasser lockte an diesem Tag. Auf dem Programm stand auch eine Hafenbesichtigung von Kopper, dem größten Hafen Sloweniens und dem bedeutendsten Umschlaghafen für PKW. So mancher Junge staunte mit aufgerissenen Augen über hunderte von Audi A 8 , die gerade für die Verschiffung verladen wurden. Ein Besuch in einer Saline rundete diesen Tag ab. Auf der Rückfahrt nach Ptuj, vorbei an Weinbergen, gaben Mitglieder der Gruppe Weinbau in Königswinter und Ptuj schon fachmännische Kommentare über Rebsorten und Kelterung ab, hatten sie doch die

das Weingut Kramer in Haloze besucht.

 

Dass Slowenien über eine blühende Theaterlandschaft verfügt und Ptuj mit seinen 24.000 Einwohnern über gleich drei Spielstätten verfügt, konnte die Gruppe Junges Theater Bonn in Erfahrung bringen. Das älteste Theater der stammt noch aus der Zeit, als Slowenien Teil der Habsburger Monarchie war und Pettau hieß. Diese Information und vieles mehr über die Geschichte der Stadt seit ihrer Gründung durch die Römer wurde den Schülern aus Niederkassel  bei einer Führung durch die alten Gassen von den Schülern des Gymnasiums Ptuj unter Führung des dortigen Projektleiters Dr. Gerald Hühner  näher gebracht. Dr. Hühner begleitete auch die Projektgruppe Sport in beiden Regionen bei einem Rundgang  durch die Firma NES, dem führenden Hersteller für Golfsportartikel. Weitere Arbeitsgruppen wurden begleitet durch die Ptujer Lehrkräfte Anita Vrsic, Natasa Kostanjevec und Silvo Zapecnik.

 

Einen interkulturellen Höhepunkt bildete der Besuch der gesamten Gruppe beim Bürgermeister von Ptuj, Stephan Celan. Er berichtete über die wirtschaftliche Situation der Stadt und das gemeinsame Problem der Arbeitslosigkeit, das inzwischen auch Slowenien erreicht hat. Die Schulleiterin des KGN überreichte Stephan Celan als Dankeschön und Gruß vom Rhein ein wertvolles Weinpräsent und einen Wimpel der Stadt Niederkassel. Auch die Leiterin des Gymnasiums in Ptuj, Melanie Centrih, die zuvor ihre top ausgestattete Schule voller Stolz gezeigt hat, wurde mit Geschenken aus der Region bedacht.

 

Nach fünf prall gefüllten Tagen hieß es Abschied nehmen von den Freunden aus Ptuj. Viele Vorurteile über das kleine Land waren abgebaut. Mit Tränen in den Augen umarmten die Schüler ihre Freunde, bedankten sich bei den Gasteltern für die freundliche Aufnahme und stiegen übermüdet in den Bus.

 

Aber alle stimmten ein in den Chor: „Es war ne superjeile Zick“.

 

(Hans – Jürgen Bollig, Kopernikus-Gymnasium Niederkassel)