Dr. Gerald Hühner

Gymnasium Ptuj

huehnersi@web.de

 

„Werbung für Deutsch“

- Einige Anmerkungen/Vorschläge für die Schulen mit ECP-Klassen -

 

 

ALLGEMEINES

 

Es besteht weitgehend Übereinkunft darüber, dass nachhaltiges Interesse für das Erlernen einer Fremdsprache am ehesten durch konkrete Projekte und persönliche Begegnungen geweckt und dauerhaft gefördert werden kann. Praxisorientierte Projektarbeit sollte möglichst mit Muttersprachlern und in authentischen Situationen durchgeführt werden.

Im Folgenden werden einige Daten und Fakten, vor allem aber konkrete Beispiele der (Projekt-)Arbeit am Gymnasium Ptuj - mit weiterführenden Hinweisen - kurz skizziert.

 

 

1. DATEN und FAKTEN

 

Selbstverständlich ist es wichtig, die Lernenden allgemein auf die Rolle der deutschen Sprache hinzuweisen; einige Aspekte dazu wären:

 

v     die Rolle des Englischen als Weltsprache ist nicht in Frage zu stellen,

v     dem Deutschen kommt aber – auch für slowenische Deutsch-Lerner - gerade im europäischen Kontext eine bedeutende Rolle zu; hinzuweisen wäre auf:

Ø     Deutsch ist die Muttersprache der meisten EU-BürgerInnen (ca. 100 Millionen), in Nachbarländern Sloweniens wird Deutsch gesprochen (Österreich, große deutsch-sprachige Minderheit in Ungarn, in Italien)

Ø     die kulturelle Bedeutung des Deutschen in Literatur, Philosophie, Kunst, Musik etc., auch unter Einbeziehung der populären Unterhaltungskultur (insbes.: TV-Produktionen, die von slowenischen Schülern besonders gerne konsumiert werden),

Ø     der deutsch-sprachige Raum ist der größte  Wirtschaftsraum der EU:

- Englisch wird in der Wirtschaft in globaler Dimension zwar durchgängig vorausgesetzt(!), qualifizierte Berufsperspektiven erschließen sich aber gerade in der EU für Bewerber mit Deutschkenntnissen, besonders im wichtigen Bereich der mittelständischen Unternehmen, und zwar:

·        sowohl in den deutsch-sprachigen Ländern (evtl. auch die Historie der Gastarbeiter in Deutschland einbeziehen),

·        als auch in Slowenien bei Unternehmen, die entweder mit Kapital aus deutsch-sprachigen Ländern vor Ort agieren oder aber enge Kontakte zu deutsch-sprachigen Ländern pflegen,

Ø      im Bereich der Tourismusindustrie erschließen sich zahlreiche Kontakte und sogar Berufsperspektiven für Bewerber mit Deutsch-Kenntnissen,

Ø      Deutsch ist in manchen Bereichen (besonders: Medizin; etwa im Bereich HNO) die Sprache der Wissenschaft,

Ø      die Beziehungen zwischen Slowenien und Deutschland sind seit der Unabhängigkeit Sloweniens sehr eng: Deutschland war das erste Land, das Sloweniens Unabhängigkeitsbestrebungen mit Nachdruck unterstützte; die deutsche Botschaft in Ljubljana war die erste im Lande.

 

 

 

2. KONKRETE SCHRITTE/ERFOLGREICHE BEISPIELE AUS DER PRAXIS

 

Lässt man sich auf die These ein, dass nachhaltiges Interesse – gerade bei Jugendlichen – vor allem in konkreten Projekten und mit persönlichen Kontakten geweckt werden kann, dann muss Projektarbeit im Zentrum der Spracharbeit stehen und kann kein „exotisches Anhängsel“, „schmückendes Beiwerk“ oder „pädagogisches Dessert“ sein; Projektarbeit sollte auch möglichst gemeinsam mit Muttersprachlern durchgeführt werden.

 

Ø      2.1 Projekte mit konkreter Arbeit in deutscher Sprache (in „authentischen“ Situationen und möglichst mit Muttersprachlern):

 

Erfahrungen zeigen, dass der „klassische“ Schüleraustausch mit gegenseitigem Schulbesuch und eher „touristischen“ Programmen nicht unbedingt nachhaltiges Interesse am Erlernen der Fremdsprache und  Kontakten zu den Partnern im jeweiligen Ausland verspricht. Die Erfahrung zeigt, dass Schüleraustausch mit gemeinsam zu bearbeitenden Projekten im Heimat- und Gastland die Kontakte intensiviert und dadurch auch längerfristig nutzbar macht. Die Durchführung solcher Projekte kann auch durch bestehende private Kontakte angebahnt und entweder über öffentliche Mittel (z.B.: COMENIUS) oder andere Institutionen (etwa aus der Wirtschaft) auch finanziell unterstützt werden.

 

§         Zur Anregung: Projekt-Beispiele aus Ptuj mit Schüleraustausch:

 

Heubach/D: („Ost-Westeuropäischer Umweltdialog“): www.dasan.de/gimptuj/eu.htm

Niederkassel/D: (Wirtschaft): www.dasan.de/gimptuj/jsw.htm

Hamburg/D: (Musik):  www.dasan.de/gimptuj/musik.htm

Niederkassel/D und Pécs/Ungarn (Comenius): www.dasan.de/gimptuj/comen.htm

Burghausen/D (Städtepartnerschaft): www.dasan.de/gimptuj/bur04.htm

Gyönk/Ungarn (Handball): www.dasan.de/gimptuj/sport.htm

 

Kommunikation mit Muttersprachlern oder anderen Lernern von Deutsch als Fremdsprache in Chatrooms als Teil des Unterrichts oder Angebot von Arbeitsgruppen/in der Freizeit;

- Deutschsprachiger Chatroom für die Unterrichtsarbeit:

http://chat.dasan.de

 

§         Kooperation mit deutschen/deutsch-sprachigen Institutionen in Slowenien:

 

- Botschaft(en) (Beispiel Ptuj: www.dasan.de/gimptuj/veran.htm)

 

- Kulturinstitute/Goethe-Institut (Beispiel Ptuj: www.dasan.de/gimptuj/veran.htm)

 

- Delegation der (deutschen) Wirtschaft (Beispiel Ptuj: www.dasan.de/gimptuj/wirt.htm)

 

- Kulturschaffenden, Industrie, Wirtschaft, Touristen (Umfragen, Interviews, Porträts etc.)

 

Ø      2.2 Vorstellung prominenter Slowenen, die in Deutschland/deutsch-sprachigen Ländern „Karriere“ mach(t)en, und die besonders Jugendliche „ansprechen“:

 

§        Zwei Beispiele:

- Renato Vugrinec, gilt als einer der besten europäischen Handballer, war Champions-League-Sieger im Hallenhandball mit Celje (2004); spielt jetzt in Deutschland beim SC Magdeburg

- Branko Oblak, Fußballnationaltrainer Sloweniens, war deutscher Fußballmeister (1980) mit dem FC Bayern München

 

Oder Vorstellung bekannter Deutscher slowenischer Abstammung:

 

§         Ein Beispiel:

- Fredi Bobič, deutscher Fußballnationalspieler (spielte zuletzt bei der Europameisterschaft 2004 in Portugal), wurde in Maribor geboren.

 

 

Ø      2.3 Publikationen in deutscher Sprache:

 

Das Interesse an einer Textproduktion in der Fremdsprache Deutsch wird um so mehr steigen, als des Produkt einer größeren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Textproduktion sollte daher möglichst immer mit der Möglichkeit zur Publikation verbunden sein.

Publikationsmöglichkeiten:

- Pinnwand/Schul-/Schülerzeitung

            - Schulwebsite (Beispiel aus Ptuj: www.dasan.de/gimptuj)

            - Deutsch-sprachige Medien (Tageszeitungen, Magazine, TV-/Radiosendungen etc.)

 

 

Ø      2.4 Einbeziehung von deutsch-sprachigen Medien, vor allem auch populärer TV-Sendungen und Zeitschriften in die Unterrichtsarbeit:

 

Zwei Beispiele:

 

- „TV TOTAL“

 

- „BRAVO“

 

Produktion eines Videos – „PTUJ TOTAL“ und/oder eines Magazins „BRAVO – PTUJ“ möglich; Einsendung des Produkts an die jeweiligen Redaktionen mit Bitte um Rezension oder evtl. sogar Publikation (in Auszügen)

 

 

3. DSD – Deutsches Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz (Stufe II):

 

Die Arbeit wird in Ptuj unterstützt durch Integration des DSD II (Deutsches Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz, Stufe II) in die Europa-Klasse. Im Schuljahr 2004/2005 ist das Gymnasium Ptuj das einzige Gymnasium in Slowenien, das dieses Programm anbietet;  attraktive Arbeit mit zusätzlicher Unterstützung von deutscher Seite ist hier möglich (entsandte Lehrkraft aus Deutschland, Fortbildungs-/Stipendienangebote, Materialspenden etc.):

Infos zum DSD unter:  www.dasan.de/gimptuj/dsd.htm

Inhalt dort:

  1. Konkrete Beispiele aus der Praxis in Ptuj: Allgemeine Infos zu den Anforderungen, der Vorbereitung und den Prüfungen, zum DSD-Tabor und DSD-Projekten
  2. Administration: Deutscher Koordinator/Fachberater in Slowenien
  3. Allgemein: Deutsche Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) in Köln

 

Vorschläge für ein „Werbeplakat“ unter: www.dasan.de/gimptuj/ecpwerbpl.htm