Dr. Gerald Hühner                                                        Gymnasium Ptuj                                                huehnersi@web.de

                                                                                                                                                                        

 

Handout für Unterrichtsstunde: Der obergermanische Limes

 

 

 

Limes (lat.: Grenze)

  1. In der römischen Kaiserzeit Bezeichnung der durch Wehrbauten gesicherten Reichsgrenze (in Britannien, östlich des Rheins und nördlich der Donau, in Dakien, in der Dobrutscha, in Afrika, in Arabien und in Syrien)
  2. In der Mathematik: „Grenzwert“

DER OBERGERMANISCH-RÄTISCHE "LIMES"


Karte des obergermanisch-raetischen Limes
Karte des obergermanisch-rätischen Limes (ca. 550 km Länge;

 von Rheinbrohl am Rhein östlich des Rheins und nördlich der Donau bis Nähe Regensburg)

Die eingetragenen Orte sind Legionslager. Eine Legion ist eine große römische Militäreinheit. Der grüne (mittlere)  Pfeil bedeutet einen Germaneneinbruch, die roten Pfeile die Legionen, die die Germanen einzuschließen versuchen. Orange ist das sogenannte "Dekumatenland", das in der Kaiserzeit zu Rom gehörte.

WARUM LIMESBAU?

Nach der Eroberung Galliens und der Niederlage des römischen Generals Varus im Teutoburger Wald 9 n. Chr. gegen die Germanen (Verlust: ca. 16.000 Mann), hatten die Römer nicht länger vor, das Reich über den Rhein hinaus auszudehnen. Nur den Oberrhein überschritten die Römer, um den Weg zwischen Mainz und Regensburg abzukürzen.

Die Bildung der Kolonien zur Sicherung genügte nicht. Auch deshalb begann der Bau eines Grenzwalles gegen die Germanen, des LIMES, der mehrfach nach vorne verschoben wurde. Der Endausbau des obergermanischen Teils fand um 150 n. Chr. unter Kaiser Antoninus Pius statt.

Um 260 n.Chr. durchbrachen die Alemannen den obergermanischen Limes, um die gleiche Zeit wurde auch der rätische Limes aufgegeben.

AUSSEHEN DES LIMES


Der obergermanische Limes

Der obergermanische Limes bestand aus einem Palisadenzaun vor einem Graben und einem Wall, dahinter standen in regelmäßigen Abständen hölzerne, später steinerne  Wachttürme. Noch weiter zurück lagen kleinere Kastelle, also befestigte Truppenlager.


Der rätische Limes

Der rätische Limes war aus Stein. Obergermanien (Germania superior) und Rätien waren römische Provinzen.

WER VERTEIDIGTE DEN LIMES?

In den Kastellen am Limes lagen Hilfstruppen (Auxilia) aus den Provinzen. Neben den Kohorten (größere Einheiten von Fußtruppen) und Alen (Reiter) gab es zahlreiche Numeri, das sind kleinere Einheiten als die Kohorten, leichtbewaffnet, für den Wachdienst im Wald- und Bergland. Ihre Soldaten waren meist wenig an römische Lebensart gewöhnt; sie erhielten bei der Entlassung kein römisches Bürgerrecht.

WIE FUNKTIONIERTE DIE VERTEIDIGUNG?

Die Legionen (große Truppeneinheiten) lagen abgesetzt vom Limes im Hinterland an Rhein und Donau. Der eigentliche Limes war nur als Grenzmarkierung und Wachlinie, nicht als Verteidigungslinie gedacht. Bei einem Angriff erstatteten die Wachtposten auf den Wachttürmen mit Signalen Meldung. Dadurch wurden die zurückliegenden Einheiten mobilisiert. Nur bei schweren Angriffen mussten die Legionen eingreifen. Sie nahmen die Angreifer von zwei Seiten in die Zange, vgl. Karte.

 


(Quelle: Schallmayer 1984 )

LIMES HEUTE:

Das größte Bodendenkmal Europas, den obergermanisch-rätischen Limes, der vor 1800 Jahren die Grenze des Römerreiches markiert hat, wollen vier Bundesländer als Weltkulturerbe unter den besonderen Schutz der UNESCO stellen. Die Koordination des Projekts obliegt dem Land Baden-Württemberg. Entscheidung: Durban, Juli 2005)

 

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Touristische Nutzung: Wander- und Radwege, Rekonstruktionen (z.B. Wachttürme, Saalburg), Traditionsvereine, Erlebnistage etc.;

 LIMES-Zentrum am „Caput Limitis“ in Rheinbrohl in Planung

 

Quellen:

www.akl.s.schule-bw.de/ab3-1.html; www.limesstrasse.de; www.limes-in-deutschland.de;  www.rheinbrohl.de