Hochschulnews

 

Quelle: STUB-Newsletter – Februar 2005
Infos für die Studien- und Berufswahl
15. Februar 2005
ISSN 1860-1847

 

Auswahl aus den News

Themen:

-         Studiengebühren

-         Vergabe von Studienplätzen

 

Hochschulnews
===================================================== 
Eine Reform jagt die nächste. Die Hochschullandschaft ist im steten Wandel: Nach Bachelor und Master sind es jetzt Studiengebühren fürs Erststudium und neue Termine und Verfahren für die Hochschulzulassung.
 
*** Studiengebühren: Was sich ändert ***
Bisher waren Gebühren für das Erststudium an staatlichen Hochschulen mit Ausnahme von Langzeitstudiengebühren nicht möglich. Nachdem nun das Bundesverfassungsgericht Ende Januar das bundesweite Verbot von Studiengebühren für unzulässig erklärt hat, laufen in mehreren Bundesländern Vorbereitungen zur Einführung von Gebühren. Dabei hat fast jedes Land eigene Gebührenmodelle. Die ersten Studienbeiträge werden aber wohl frühestens zum Sommersemester 2006 erhoben.
 
Planungen einiger Bundesländer
In Baden-Württemberg oder Hamburg z.B. sollen Gebühren in Höhe von 500 EURO pro Semester verlangt werden. Die Studierenden sollen über sog. Bildungskredite die Kosten aufbringen können. Der Kredit muss erst zurückgezahlt werden, wenn im späteren Beruf ein bestimmtes Mindesteinkommen erzielt wird (nachgelagerte Gebühren). Für BAföG-Empfänger sind reduzierte Gebühren vorgesehen.
Rheinland-Pfalz plant keine Gebühren vom ersten Semester an, hat aber wie Baden-Württemberg schon Studienkonten eingeführt. Bei diesem Modell werden Gebühren verlangt, wenn die Regelstudienzeit erheblich überschritten wird. Überlegt wird, ob Studierende, die aus einem gebührenpflichtigen Land nach Rheinland-Pfalz kommen, einen Ausgleichsbeitrag zahlen sollen.
Niedersachsen und das Saarland wollen Höhe und Art der Beiträge ihren Hochschulen überlassen. Brandenburg will gebührenfrei bleiben.
 
Übergangsregelungen
Zu Übergangsregelungen für alle, die jetzt schon studieren, kann man noch nicht viel sagen. Es ist zwar eher davon auszugehen, dass für "Alt-Studenten" noch ein gebührenfreies Beenden des Studiums möglich sein wird - sofern das nicht zu lange dauert. Allerdings kann auch hier jedes Land eine andere Regelung vorsehen.
 
Die Verfassungsrichter verwiesen im übrigen auf die existierende bundesrechtliche Verpflichtung der Länder, „den Hochschulunterricht auf geeignete Weise jedermann gleichermaßen entsprechend seinen Befähigungen zugänglich zu machen“ und betonten die Chancen, die sich aus einer Gebührenerhebung für die Qualität der Hochschulen ergeben können.
Aktuelle Infos gibt’s bei http://studienwahl.mj5.de/?m13:ou oder http://studienwahl.mj5.de/?m13:ov
 
*** Hochschulzugang: Was sich ändert ***
Die Vergabe von Studienplätzen bei bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengängen (Numerus-clausus-Fächer, z.B. Biologie oder Medizin) soll zum nächsten Wintersemester neu geregelt werden:
20 Prozent der Plätze gehen an die Abiturbesten (bisher 51 Prozent),
20 Prozent werden nach Wartezeit vergeben (bisher 25 Prozent),
60 Prozent der Bewerber/innen wählen die Hochschulen nach eigenen Kriterien aus (bisher 24 Prozent). Auswahlkriterien müssen die Durchschnittsnote im Abizeugnis und können z.B. Einzelnoten, Auswahlgespräche oder Eignungstests sein. Die Bewerbungen sind weiterhin an die ZVS zu richten.
Nähere Informationen beim Bildungsministerium: http://studienwahl.mj5.de/?m13:ow
Die Neuregelung gilt erst, wenn alle Bundesländer ihre Ländergesetze angepasst haben. Auch einzelne Hochschulen müssen ihre Satzungen ändern. Den aktuellen Stand gibt’s bei der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS): http://studienwahl.mj5.de/?m13:ox
 
Neue ZVS-Termine
Mit der Reform des Hochschulzugangs ändern sich auch die Bewerbungsfristen. ZVS-Bewerbungsschluss für das Wintersemester 2005/06 ist der 31. Mai 2005 für diejenigen, die ihr Abitur schon vor dem 16. Januar 2005 erworben haben. Der 15. Juli 2005 bleibt für die, die ihr Abitur nach dem 15. Januar 2005 bis einschließlich 15. Juli 2005 erwerben.
Diese Regelung wird notwendig, damit die Hochschulen mehr Zeit für das Auswahlverfahren haben.