Dr. Gerald Hühner                                             Gymnasium Ptuj                                                      huehnersi@web.de

 

Europa-Klassen

 

Fremdsprache: Deutsch

 

 

- Konzeption eines Projekts

- Bewertung von Schülerleistungen

 

 

Thema:

Vorstellung des Schulortes

 

(Fach: „Slowenien in der Welt“)

 

 

 

I. Allgemeines zum Projekt 2004/2005

 

Das hier vorgestellte Projekt ist Teil des Projekts in der Europa-Klasse „1e“ am Gymnasium Ptuj,  Schuljahr 2004/2005; das Programm sieht wie folgt aus und kann in modifizierter Form auch an anderen Schulen durchgeführt werden:

 

A. Individuelle Arbeiten (Einführung/Einübung in Projektarbeit)

 

  1. Persönliche Vorstellung

 

  1. Vorstellung des Heimatorts (Schüler kommen aus der Region Ptuj)

 

B. Gruppenarbeit

 

  1. Vorstellung des Schulortes (Ptuj)/der Schule (Gymnasium Ptuj)/der Region:

„Ptuj mit jungen Augen“

 

 

C. Publikationen

 

Präsentation im Internet auf der deutsch-sprachigen Website für das Gymnasium Ptuj: www.dasan.de/gimptuj

 

Informationen über die Europaklasse und ihre Projekte:

www.dasan.de/gimptuj/ecp.htm

 

Vorstellung des Schulortes – „Ptuj mit jungen Augen“:

www.dasan.de/gimptuj/indexpp.htm

 

II. Konkretes Beispiel zur Projektarbeit und ihrer Bewertung

 

Thema:

Vorstellung des Schulortes/der Region/der Schule

- „Ptuj mit jungen Augen“ -

 

 

 

II. 1. Konkrete Vorarbeiten im Unterricht:

 

a) Vorarbeit: Im Vorfeld hatten die Schüler sich persönlich vorzustellen, dies diente zur Vermittlung vom Methoden und Techniken, die in einem ersten Schritt zu selbständiger Arbeit anleiten. Gleichzeitig erfolgte dies als Training und Vorbereitung auf den fest eingeplanten Austausch mit einer deutsch-sprachigen Schülergruppe (Informationen geben und erfragen in der Fremdsprache Deutsch).

 

 Das Ergebnis wurde präsentiert auf der Website: www.dasan.de/gimptuj/ecp.htm

 

Gerade die Arbeit mit dem Medium Internet und der Möglichkeit zur Publikation fördert die Bereitschaft zu engagierter Mitarbeit. Auf diese Präsentation hin entstand für eine beteiligte Schülerin etwa eine Brieffreundschaft (per E-Mail) mit einer Deutschlernerin in Italien.

 

b) Anschlussarbeit: Die Überleitung zur Bearbeitung des Themas „Vorstellung des Heimatorts“ erweiterte den Aufgabenbereich in folgenden Schritten:

 

1.      Die Aufgabe sagte den Schülern zunächst nicht viel; die meisten glaubten, über ihren Wohnort keine Infos finden/sammeln zu können; aber bereits ein kurzer Blick ins Internet zeigte, dass selbst kleine Dörfer mit einer Website – oft sogar in deutscher Sprache – vertreten sind.

2.      Eine ausführliche Unterrichtsstunden im Finden von Quellen mit der Bibliothekarin der Schule wurde durchgeführt. Dadurch ließ sich einerseits die Fülle von Quellen verdeutlichen, andererseits die Nutzung der Quellen strukturieren.

3.      Mit der Klasse wurde dann besprochen, welche Aspekte bei der Präsentation des Heimatortes - für interessierte Ausländer! -  zu beachten sind. Folgende Punkte wurden dann als Zielvorgabe festgehalten:

 

 

Die Vorstellung des Heimatortes sollte folgende Informationen enthalten:

 

  1. Name des Ortes (evtl. zweisprachig?)

 

  1. Lage: Wo? (Beschreibung für Ausländer geben! Karte, Fotos etc.)

 

  1. Anfahrt/Verkehrsverbindungen: Wie und womit kommt man zu diesem Ort?

 

  1. Geschichte des Ortes

 

  1. Sehenswürdigkeiten im Ort/in der näheren  Region

 

  1. Bevölkerungsstruktur: Einwohner, Alter, Berufe etc.

 

  1. Infrastruktur (Verkehrsverbindungen, öffentliche Dienste, Gastronomie, Unternehmen, etc.)

 

  1. Traditionen: Feste, Bräuche, Folklore etc. :

 

  1. Jugendprogramme, Freizeitangebote :

 

  1. Spricht dort jemand Deutsch ? Warum? (Historie? Nähe zu Österreich? Tourismus? Arbeitsplatz in D oder A? Verwandte?.....)

 

  1.  Quellen zitieren: Persönliche? Erzählungen? Internet? Prospekte? Kataloge? Bücher?

 

  1.  Weitere Quellen zitieren, besonders Websites (evtl. die des Nachbarorts)

 

 

c) Präsentation/Bewertung der Vorarbeiten:

Die Arbeiten wurden auf der deutsch-sprachigen Schulwebsite präsentiert; die SchülerInnen erhielten dafür eine Note (Vorschlag für Bewertungskategorien siehe unten).

 

 

II. 2 Beschreibung der Projektarbeit: „Vorstellung des Schulortes/Region“

 

1.      Thema: 

„Vorstellung des Schulortes und der Region“

 

2.      Zielgruppe:

Schüler des 9. Jahrgangs

 

3.      Kenntnisse in Deutsch:

Anfänger und leicht Fortgeschrittene; Gruppenarbeit und Team-teaching ermöglichen (Binnen-)Differenzierung

 

4.      Projektziel:

Präsentation des Schulortes in der Fremdsprache Deutsch:

- Erarbeitung des Projekts mit den Lehrkräften:

- Strukturierung, Ausarbeitung, Präsentation

 

5. Lernziele:

- Erweiterung des Wortschatzes und der kommunikativen Kompetenz

- Erschließung und Nutzung von (Informations-)Quellen

- Formen der Präsentation – überwiegend in mündlicher Form und in Form von Prospekten oder im Internet auf einer eigenen Projektseite

- Stadtführung für Schüleraustauschgruppen und weitere Gäste

 

6. Zeitlicher Rahmen:

Abhängig vom geplanten Projekt: 20-25 Unterrichtsstunden

 

7. Arbeitsplätze:

Schule, Schulort, Heimatort (Interviews, Besichtigungen, Stadtführungen, Fotos etc.)

 

8. Benötigte Geräte/Materialien/technische Ausstattung:

PC, Internet, CD-Rom, Disketten; möglichst: Kamera, Diktaphon; möglichst ein Beamer zur Präsentation auf PC; oder Präsentation mittels Collagen (Karton, Fotos, Prospekte etc.)

 

9. Lehrer-Aktivitäten:

 

a)       Zu beteiligende Lehrkräfte/Fächer:

Deutsch (Projektplanung); Englisch, Geographie, Geschichte, Kunst, Informatik, Slowenisch

 

b)   Aktivitäten:        

Übergeordnetes „Projektmanagement“: Anleitung zur Projektarbeit (Themenerfassung, Strukturierung mit den Schülern – thematisch, zeitlich), Einbindung von Kollegen (Fachlehrer: Historiker, Kunsthistoriker etc.), Terminkoordination, Bereitstellung von Materialien, Räumen, Begleitung und Kommentierung („Bewertung“) einzelner Arbeitsschritte, Hilfestellung bei der Präsentation, insbesondere bei Web-Aktivitäten etc.

 

10. Schüler-Aktivitäten:

Aktive Teilnahme an Projektstrukturierung, internes Projektmanagement (Förderung der Selbständigkeit, Eigenverantwortlichkeit, Motivation), zunehmend eigenständige Recherche, Interviews, Fotos, Stadtführungen, Ausarbeitung der Präsentation, Vorstellung in Zwischenschritten und Präsentation des Produkts

 

11. Organisation:

Projektbeschreibung

Projektstrukturierung

Bereitstellung von Räumen und Materialien

Begleitung der Arbeitsschritte

Vorstellung der endgültigen Präsentation

 

12. Fähigkeiten:

Projektdefinition

Strukturierung von Arbeitsprozessen

Recherche

Strukturierung von Informationen

Aktive Nutzung der Fremdsprache

 

13. Arbeitsschritte:

Definition des Projekts

Strukturierung

Quellenkunde

Nutzung von Information

Ausarbeitung der Präsentation

Präsentation des Projekts in der Fremdsprache Deutsch (Diskussion/Gespräch im Anschluss an die Präsentation wünschenswert)

 

II. 3. Konkrete Schritte zur Umsetzung des Projekts im Unterricht:

 

Zu den hier vorgegebenen Arbeitsschritten ist festzuhalten, dass sie einen Rahmen vorgeben, der je nach Thema, Umfeld, Schülerinteresse etc. konkret umzusetzen ist.

Wichtig ist, dass zwischen den einzelnen Arbeitsschritten jeweils Zwischenresümees zu ziehen sind, die die bereits geleistete Arbeit strukturiert zusammenfassen und Anhaltspunkte für die Gewährleistung der Erreichung gesetzter Ziele liefern.

 

 

Arbeitsschritte:

1. Stunde:

-   Vorstellung des Projektthemas durch die Lehrkräfte (in deutscher Sprache)

-  Strukturierung des Projektthemas:

a)      Stoffsammlung

b)      Strukturierung nach thematischen Einheiten/Kapiteln

-  Benennung von „Projektmanagern“ (SchülerInnen) für die einzelnen Kapitel (Ziel: Förderung der Selbständigkeit, Selbstorganisation, Eigenverantwortlichkeit, Motivation; Aufgabe: interne Projektorganisation/-koordination, Kontakt zu den Lehrkräften auch außerhalb der Unterrichtsstunden etc.)

- Einteilung der SchülerInnen in Gruppen, gemäß der festgelegten Kapitel

 

2. Stunde:

Schriftliche Fixierung des Arbeitsplans/der Kapitel mit Gruppenmitgliedern:

 

1.      Allgemeine Beschreibung der Stadt/Region (Projektmanager:        ; Mitarbeit:   )  

Stichworte: Lage, Anfahrt, Umgebung etc.

 

2.      Name der Stadt (Projektmanager:                  ; Mitarbeit:         )

Stichworte: Erste Zeugnisse

 

3.  Historische Entwicklung

3.1. Geschichte der Stadt (Projektmanager:       ; Mitarbeit:   )

Stichworte: Römerzeit, Mittelalter, Gegenwart, Unesco-Stadt-Projekt

            3.2. Bekannte Persönlichkeiten 

 

4. Infrastruktur (Projektmanager:                 ; Mitarbeit:         )

Stichworte: Größe, Bevölkerung, Straßen, Plätze, Verkehrsverbindungen, Wirtschaft, Gebäude etc.

 

5. Sehenswürdigkeiten (Projektmanager:                               ; Mitarbeit:                     )

Stichworte: Tourismus (Hotels, Jugendherberge), Schloss, Stadtarchitektur, Gastronomie, Unterkunft etc.

 

6. Traditionen (Projektmanager:                                ; Mitarbeit:                      )

Kurentenkarneval, St. Martin, bekannte Persönlichkeiten…)

 

7. Freizeit (Projektmanager:                                           ; Mitarbeit:                       )

Programme für Jugendliche

Sport

Kino

Theater

Kneipen

Disco

 

8. Gymnasium Ptuj: (Projektmanager:                                 ; Mitarbeit:                  )

            Stichworte: Geschichte, Aktualität, Gebäude, Angebote, Programme etc.

     

9. Impressionen: (Projektmanager:                                 ; Mitarbeit:                  )

Fotos, Zeichnungen, Collagen etc.

 

3./4. Stunde:

- Quellensuche, Recherche:

-  Vorbereitung, Sammlung in der Gruppe;

- Arbeitsaufträge: Suche in der Schulbibliothek, im Internet, in der Stadt,

- Welche Institutionen können bei der Recherche helfen?

- Wer übernimmt welchen Rechercheauftrag?

 

5./6 Stunde:

- Vorbereitung selbständiger Recherche:

- Anleitung zur Vorbereitung, Durchführung, Zusammenfassung und Präsentation von Umfragen/Interviews

 

7. Stunde:

- Kleiner Workshop: Fotoarbeiten (Anschauungsmaterial: vorgegebene Beispiele): Kameraperspektive, Licht, Ästhetik, Informationswert etc.

 

 

8./10. Stunde (hierfür können, je nach Größe, Angebot, Zeit etc. mehrere Stunden aufgewandt werden):

- Außerschulische Lehrveranstaltungen:

- Stadtrundgang mit Beobachtungs-/Beschreibungsübungen

- Aufzeichnungen dazu

- Zusammenfassung in der Gruppe

- Fotoarbeiten

 

11. Stunde:

-  Zusammenfassung/Auswertung von Zwischenergebnissen

- Schriftliche Fixierung

 

12. – 16. Stunde:

- Arbeit an der Präsentation:

- Aufbereitung von Text-Bild-Präsentationen

- Übersetzungen

-         Gemeinsame Korrektur

(Soweit zeitlich möglich, da die sprachliche Arbeit überwiegend in den dafür vorgesehenen Stunden erfolgen sollte, weniger in den Projektstunden, die der aktiven Nutzung der Fremdsprache dienen sollen, der Motivation, sich in der Fremdsprache- mündlich und schriftlich – auszudrücken.)

 

16. - 20. Stunde:

- Zusammenfassung/Vorbereitung der Präsentation:

      - Collagen

- Prospekte

- Website

 

Abschluss:

Präsentation - möglichst vor einer größeren Öffentlichkeit: Schule, evtl. Stadt; Internet.

Das vorläufige Ergebnis der Arbeit aus Ptuj ist einzusehen unter dem Titel

„Ptuj mit jungen Augen“: www.dasan.de/gimptuj/indexpp.htm

 

           

Das Projekt, soweit es sich um eine Website handelt, ist auch für die Öffentlichkeit als „work in progress“ nachvollziehbar: Auch nach Abschluss des Projekts im vorgegebenen Zeitraum können Korrekturen, Ergänzungen, andere Aspekte und Perspektiven eingebracht werden.

Selbstverständlich kann von neuen Schülergruppen auch jeweils eine neue Website in anderem Design und mit anderer Schwerpunktsetzung erarbeitet werden. Der hier skizzierte Rahmen könnte aber jeweils Grundlage dieser Arbeit sein. 

 

 

III. Konkrete Bewertung der Schülerleistung (Zwischenergebnis):

 

 

Im Vordergrund sollte der kommunikative Aspekt stehen, die Aktivitäten beim Planen/Strukturieren des Projekts gehören ebenso dazu wie die Präsentation des Ergebnisses. Insgesamt soll Projektarbeit Schüler zu eigenständigem, auch eigenverantwortlichem Handeln anleiten und dies mehr und mehr ermöglichen. Das heißt auch, dass die Projektarbeit sich in mehreren Arbeitsschritten vollzieht, die immer wieder überprüft, bewertet, diskutiert, ergänzt werden sollten.

 

Die Bewertung des Projekts sollte 2 Aspekte berücksichtigen:

 

1. Bewertung der Aktivität während der Umsetzung („Prozeß“):

 

Gab der Schüler in der Planungsphase (Team-Arbeit Lehrer-Schüler) Impulse oder war er eher rezeptiv? Kann er Aspekte nennen, die für die Präsentation wichtig sind? Ist er in der Lage, selbständig Quellen für die Information zu nennen und zu nutzen?

 

2. Bewertung der abschließenden Präsentation („Produkt“):

 

Hat er die Vorgaben der Projektplanung erreicht? Ist die Präsentation umfassend mit eigenen Zugaben oder rein wiederholend? Kann er auf Nachfragen zu seiner Präsentation reagieren oder „klebt“ er an seinem schriftlich formulierten Text?

 

Zwischen- Bewertung:

 

In der Zwischenbewertung kann selbstverständlich nicht die endgültigen Vorlage für die – mündliche! – Präsentation Bewertungsgrundlage sein; sie dient der Feststellung erfolgter Arbeitsschritte, ihrer Bewertung im Hinblick auf das erwartete Ziel und der weiteren Planung; sprachliche Fehler in der schriftlich vorgelegten Fassung des Zwischenergebnisses sollten nicht unbedingt stark gewertet werden, sofern die Kommunikation – das eigentliche Ziel des Projekts – nicht erschwert ist; die Präsentation selbst erfolgt später außerdem in mündlicher Form, so dass festgestellt werden sollte:

 

1. Hat der Schüler die  Zwischenschritte erreicht?

 

2. Kann davon ausgegangen werden kann, dass das Ziel einer Vorstellung des Heimatortes gemäß der Vorgaben erreicht wird?

 

 

II.5 Fortsetzung/Anschlussarbeiten:

 

Zur den vorgelegten Arbeiten könnten folgende Kriterien angesprochen werden:

- Sind Fotos, Zeichnungen, Karten, Graphiken integriert?

- Könnte die Anschaulichkeit verbessert werden?

- Welche Quellen könnten zusätzlich genutzt werden?

- Welche Interviews/Umfragen könnten vor Ort geführt werden?

Dieser Arbeitsschritt wird z.Zt. von den Schülern getätigt; es folgt dann wieder ein Zwischenschritt: Präsentation, Auswertung, evtl. neuerliche Ergänzungen.

Als Zwischenschritte sind im – parallel verlaufenden - Sprachunterricht auch die gemeinsame Korrektur der schriftlichen Vorlage denkbar: Dies orientiert den Sprachunterricht an einem konkreten, eigenen, „authentischen“  Text-Beispiel und lässt außerdem eine enge Verbindung des traditionellen (Sprach-)Unterrichts mit dem projektbezogenen Unterricht zu.

 

 

 

III. Allgemeine Bewertungsmöglichkeiten

 

Zur Bewertung der Präsentation der Projektarbeit ließe sich durchaus – bezogen auf das Niveau/die Jahrgangsstufe – bereits von Beginn an in den Europa-Klassen auf Kriterien der Bewertung bei mündlichen DSD-Prüfungen (DSD – Deutsches Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz) zurückgreifen:

 

Bewertungspunkte im Rahmen der DSD-Prüfungen sind u.a.:  (zitiert nach den entsprechenden Vorgaben); dabei achtet eine Lehrkraft nicht auf alle, sondern auf zuvor ausgewählte Aspekte der Bewertung:

 

 

1. Aussprache (4 Wertungspunkte):

 

Das entscheidende Merkmal ist die Verständlichkeit. Sie hängt ab von:

-         der phonetisch richtigen Aussprache der Laute (Qualitäten der Vokale und der Konsonanten) und der Richtigkeit der Wortakzente,

-         der Beherrschung der wichtigsten intonatorischen Grundmuster (z.B. Aussagen, Fragen, Ausrufe);

-         der Flüssigkeit des Sprechens,

-         der Angemessenheit des Sprechtempos,

-         der Vermeidung von Interferenzen mit der Muttersprache

 

Die Leistung ist ausreichend, wenn die Verständlichkeit trotz einiger Störungen gegeben ist.

 

 

2. Sprachliche Richtigkeit (8 Wertungspunkte):

 

Die Bewertung orientiert sich an den Merkmalen der gesprochenen Sprache. Deshalb gelten z.B. Abbrechen und Neubeginn eines Satzes, elliptische Äußerungen, Benutzung von Strukturen, die von der geschriebenen Standardsprache abweichen, nicht als Fehler.

Vorrangiges Kriterium für die Beurteilung der sprachlichen Korrektheit ist die Art der Verstöße; eine wiederholt falsche Verwendung bestimmter grammatischer Strukturen („Systemverstöße“) fällt mehr ins Gewicht als eine Reihe einzelner Fehler.

 

Die Leistung ist ausreichend, wenn der Prüfling die sprachlichen Normen im ganzen beherrscht.

 

3. Ausdrucksvermögen (8 Wertungspunkte):

 

Es ist zu beurteilen, ob und inwieweit – der Stufe gemäß –

-          die Wortwahl treffend und abwechslungsreich ist,

-         idiomatische Redewendungen benutzt werden

-         sprachliche Eigenständigkeit gegenüber der Textvorlage (hier: schriftliche Ausarbeitung des Projekts!) deutlich wird

-         situationsbezogene, unterschiedliche Strukturmuster der mündlichen Standardsprache verwendet werden,

-         sprachliche Mittel zur Wiedergabe komplexerer Sachverhalte und gedanklicher Beziehungen beherrscht werden (dies gilt insbesondere für Stufe II – Oberstufe – des DSD)

 

Als ausreichende Leistung gilt:

Ausdruck und Satzbau sind im ganzen angemessen; indes verbleiben die Aussagen meist auf einfachem Niveau. Sprachliche Eigenständigkeit ist im Ansatz zu erkennen.

 

4. Allgemeine Gesprächsfähigkeit (4 Wertungspunkte):

 

Es ist zu beurteilen, ob und inwieweit der Prüfling in der Lage ist,

-         sich am Prüfungsgespräch (hier: Gespräch über sein Projekt) flüssig und ohne Verständigungsschwierigkeiten zu beteiligen,

-         in sprachlich angemessener Weise auf den Gesprächspartner einzugehen,

-         dem Gespräch Impulse zu geben,

-         Sachverhalte im Zusammenhang darzustellen.

 

Als ausreichende Leistung gilt:

Der Prüfling beteiligt sich im ganzen ohne Schwierigkeiten am Gespräch, kann ihm indes kaum Impulse geben. Er beschränkt sich meist darauf, auf Fragen und Anstöße kurz zu reagieren.

 

5. Sachkenntnisse (8 Wertungspunkte):

 

(...)Bei dem Kriterium Sachkenntnisse werden sowohl der Umfang und die Fülle des Wissens wie auch die Fähigkeit der gesprächsbezogenen Anwendung der Kenntnisse bewertet.

Es ist zu beurteilen, ob und inwieweit der Prüfling in der Lage ist – der Stufe gemäß -,

-          wesentliche Aspekte des von ihm vorbereiteten Themas korrekt und klar darzustellen,

-          Daten und Fakten in größere Zusammenhänge einzuordnen, zentrale Probleme aus seinem Sachgebiete zu erkennen und darzulegen,

-         Sich bei der Erörterung der Sachverhalte und Probleme mit unterschiedlichen Argumenten und Standpunkten auseinanderzusetzen (...).

 

Als ausreichende Leistung gilt:

Der Prüfling legt die wesentlichen Momente aus dem von ihm gewählten Sachgebiet im ganzen richtig und verständlich dar; indes kann er Hintergründe und größere Zusammenhänge nur mit Hilfe des Prüfers (hier: Projektleiters/Lehrers) darstellen.

 

 

Ergänzung (G.H.):

 

6. Materielle Ausarbeitung des Ergebnisses (optische Präsentation) (4 WP)

 

Dieser Aspekt sollte auch bewertet werden, damit sich Schüler schon mit dem  Beginn der Arbeit in Projekten an qualitativen und weniger an quantitativen Kriterien („Wie viel muss ich schreiben?“) orientieren.

 

Formale Möglichkeiten: Vorlage einer Collage, einer digitalisierten Präsentation (PowerPoint etc.), Video, Tonaufzeichnungen (Interviews, typische Folklore etc.)

 

Kriterien zur Bewertung sollten sein:

Anschaulichkeit

Differenziertheit

Sorgfalt der Ausarbeitung

 

 

Bitte beachten: Wie bei der Beschreibung dieser Kriterien bereits erwähnt, sind die Bewertungen der Stufe, dem Jahrgang, dem Leistungsvermögen der SchülerInnen entsprechend anzupassen.

 

 

 

Bewertungsbogen

 

 Zur Bewertung könnte auf folgenden Bewertungsbogen zurückgegriffen werden (in Anlehnung an den DSD-Bewertungsbogen zur mündlichen Prüfung):

 

  

Name:_______________________

 

Lehrkraft

(L1, L2, L3 ....)

Bewertungs-

kriterium

max. Punkte

erreichte Punkte

 

 

 

Aussprache

 

 

4

 

 

 

Sprachliche Richtigkeit

 

 

8

 

 

 

Ausdrucksvermögen

 

 

8

 

 

 

Allgemeine Gesprächsfähigkeit

 

 

4

 

 

 

Sachkenntnis

 

 

8

 

 

 

Materielle Präsentation

 

 

4

 

 

 

Notenwerte:

 

 

im 2er System

im 4er System

im 8er System

Sehr gut

2,0

4,0

7,5/8,0

gut

1,5

3,5

6,5/7,0

befriedigend

1,5

2,5/3,0

5,0/5,5/6,0

ausreichend

1,0

2,0

4,0/4,5

mangelhaft

0,5

1,5/1,0

3,5/3,0/2,5/2,0

ungenügend

0,5

0,5/0,0

1,5/1,0/0,5/0,0

 

 

 

 

Ptuj, im Juni 2005

Gerald Hühner, Projektleiter